Die Arbeit von Johannes van den Bosch zu wahren, die dieser vor 200 Jahren ins Leben rief, ist Ziel der „Maatschappij van Weldadigheid“ (Gesellschaft der Humanität). Als Visionär und Idealist glaubte Johannes van den Bosch an eine Gesellschaft mit sozialer Verantwortung und Sicherheit. Seine Ideen liegen in der Europäischen Aufklärung begründet. Nachdem Napoleons Truppen aus den Niederlanden abgezogen wurden, machte Johannes van den Bosch es sich zur Aufgabe, der Verarmung, besonders unter der städtischen Bevölkerung, ein Ende zu setzen. Seine Vorgehensweise bestand im Kern darin, Wohnraum, Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung in neu zu errichtenden „landwirtschaftlichen Kolonien“ in Drenthe bereitzustellen.

Die Organisation „Maatschappij van Weldadigheid“ setzt sich heute dafür ein, das materielle Erbe sowie das Gedankengut dieser historischen Epoche als fortwährende Quelle der Inspiration sowie als Vorbild für Wohnraum, Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung – den wichtigsten Grundfesten der Gründeridee – zu bewahren und für zukünftige Generationen weiterzuentwickeln.

Zielstellungen

Die „Maatschappij van Weldadigheid“ setzt sich dafür ein:

  • gemeinsam mit Partnern aus dem Gebiet diese einzigartige, geschichtliche Entwicklung (auch an zukünftige Generationen) zu vermitteln
  • Raum für soziales und nachhaltiges Unternehmertum zu schaffen und gleichzeitig das kulturelle Erbe zu bewahren
  • Frederiksoord als Reallabor (Living Lab) der Humanität zu entwickeln – ein Ort der Inspiration des Zusammenlebens, der Fürsorge, des gesunden Lebensstils und des selbstständigen und nachhaltigen Wohnens

Darüber hinaus ist die Stiftung als Verwalter von Grundstücken und Immobilien tätig. Dazu zählen rund 1.300 Hektar Land und 65 Gebäude, von denen 30 unter Denkmalschutz stehen.

Die Mission zur Verwirklichung dieser Zielstellung lautet: Vom Vergessen zum Erinnern vom Bewahren zum Fortführen.

Geschichte

Gegründet wurde die „Maatschappij van Weldadigheid“ von General Johannes van den Bosch, der nicht nur Staatsminister, Vertrauter von König Wilhelm I., Mitglied des Unterhauses und Generalgouverneur von Niederländisch-Indien, sondern auch Visionär und Idealist war und an eine Gesellschaft mit sozialer Verantwortung und Sicherheit glaubte.

Schon kurze Zeit nach der Gründung im Jahr 1818 entstanden die ersten hundert Koloniehäuser der ersten landwirtschaftlichen Kolonie, in der sich bedürftige Familien niederließen. Schulen wurden gegründet und Einrichtungen wie Suppenküchen und Spinnereien kamen dazu, um die Selbstversorgung der Kolonien zu gewährleisten. Verpflichtend waren der wöchentliche Kirchenbesuch, der Bildungserwerb und eine Mitgliedschaft in der „Krankenkasse“. Im Zeitraum von 1818 bis 1921 lebten etwa 80.000 Menschen in den Kolonien in Drenthe. Schätzungen zufolge gibt es etwa eine Millionen Nachfahren.

Spuren dieser Ereignisse finden sich bis heute. Das wunderbare, materielle Erbe umfasst monumentale Gebäude, charakteristische Landschaftsstrukturen und durch Menschenhand geformte Natur und bietet einen einzigartigen Einblick in die durch General Johannes van den Bosch geprägte Gegend.

Heute gibt es zahlreiche Initiativen, die diesen historischen Stätten – inspiriert von den Ideen Johannes van den Boschs – neue Bedeutung verleihen. Dieser prägende Teil der Vergangenheit ist es wert weitergegeben und durch Besucher in die Welt getragen zu werden.

UNESCO

Ein transnationaler, serieller Antrag die Kolonien Frederiksoord, Willemsoord, Wilhelminaoord, Boschoord, Veenhuizen, Ommerschans, Wortel und Merkplas als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen, wurde der UNESCO in Paris vorgelegt. Mit einer Entscheidung durch die UNESCO wird im Jahr 2020 gerechnet.

Besuch

Entdecken Sie während Ihres Besuchs der freien Kolonien der Humanität in Frederiksoord und Umgebung ein Denkmal an eine einzigartige historische Entwicklung. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad erleben Sie die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft.

In Frederiksoord befindet sich außerdem ein neues Besucherzentrum (Eröffnung im Mai 2019) im „Huis van Weldadigheid“. Hier werden Sie auf eine Reise zu der Zeit mitgenommen, als die ersten Kolonisten in Frederiksoord ankamen.

In der Umgebung finden sich ausgezeichnete Cafés, Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten. Weitere Informationen finden Sie unter www.weldadigoord.nl

Koloniehäuser der Zukunft

Um einen Teil der Gegend zu erneuern, wurde das Konzept „Koloniehaus der Zukunft“ erarbeitet. Schon bald wird das historische Erscheinungsbild der Kolonien rundum Frederiksoord durch 62 Wohnungen, die zwar im historischen Stil, aber gemäß moderner bautechnischer Normen konzipiert wurden, wieder hergestellt. Die „Maatschappij van Weldadigheid“ ist unter der Bezeichnung „Koloniën van Weldadigheid“ (Kolonien der Humanität) auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 2020. Es wurde und wird viel daran gearbeitet, verschiedene charakteristische Elemente der Gegend wiederherzustellen. Da die Koloniehäuser wieder hergestellt wurden, schließt sich der Kreislauf der Geschichte.

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